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Der Steinquendel

 Da ich mit der Felsenbirne und der Zierquitte letztens einen hohen und einen niedrigeren Strauch vorgestellt habe, der jeweils wahrhaft deppensicher ist, möchte ich nun eine ebenso deppensichere Blütenstaude vorstellen.
 Ach ja, nur am Rande, weil es durch umgangssprachliche Verworrenheiten, zumindest in Österreich, manchmal eine Verwirrung gibt. Ein Strauch ist der mit dem Holz, der Jahr für Jahr weiterwächst. Eine Staude zieht im Winter ein, stirbt ab und kommt dann im Frühling (hoffentlich) wieder. Deshalb muss ich im Verkauf oft nachfragen, wenn jemand eine Staude will, ob er einen Strauch oder tatsächlich eine Staude haben möchte. Und dann stehe ich meist selbst wie ein Depp da, so als ob ICH den Unterschied nicht kennen würde. Das Gärtnerleben ist kompliziert und tückenreich.
  Der Steinquendel (Calamintha nepeta) ist eine kleine Staude (ca 30 cm), die unermüdlich von Juli bis in den Oktober blüht. Je nach Sorte ist die Blütenfarbe weiß bis bläulich. Die ganze Pflanze duftet intensiv nach Minze. Die Blüten dienen Bienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle. An sonnigen Tagen gibt es um den Steinquendel ein wahres Volksfest für die Krabbeltiere. Ein echter Geheimtipp für den naturnahen Garten.
 Bevorzugt werden eher trockene Böden, die gut durchlässig sind. Stauende Nässe ist dem Steinquendel ein Gräuel, wohingegen starke Trockenheit ihm schnuppe ist. Und ja, wenn wir schon dabei sind, er liebt die Sonne. Hat er diese Bedingungen, dann ist er nahezu unverwüstlich. Schnecken können ihn nicht leiden und auch sonst sind kaum Schädlinge darauf zu beobachten.
 Übrigens, früher wurde der Steinquendel als Heilkraut eingesetzt, zum Beispiel bei Erkältung. Blatt und Blüte kann man sowohl zum Würzen, als auch als Tee verwenden.
Wie verwendet man den robusten Gesellen?
Zum einem ist er die ideale Pflanze für den Steingarten. Während viele Steingartenpflanzen eher im Frühling blühen und dann das Ganze eher mau ist, legt der Steinquendel im Sommer erst richtig los.
Andererseits eignet er sich sehr gut als Begleitpflanze von Gehölzen, vor allem von Rosen. Rosen von den zierlichen Blüten umsäumt sind einfach wunderschön.
Natürlich passt er auch in gemischte Staudenbeete perfekt.
Tipp: Setzen sie den Steinquendel an jeder freien Stelle, die von den Bedingungen her passt. Ihr Garten wird im Sommer/Herbst dadurch unglaublich aufgewertet. Außerdem tragen sie dazu bei, dass er ein Paradies für Tiere wird.

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